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Rad am Rhein ist umgezogen. Nach zehn Jahren erfolgreicher Zusammenarbeit probieren die Kreisverbände links und rechts des Rheins seit Früjahr 2011 unterschiedliche Wege. Das Magazin der Düsseldorfer ADFC heißt weiter Rad am Rhein und ist jetzt hier zu finden. Die ADFC-Verbände Rhein-Kreis Neuss und Krefeld/Viersen haben ein eigenes Magazin "Rad am Niederrhein" aufgelegt, das Sie hier finden können.

Navigieren mit Openstreetmap

vergrößernOSM auf dem Etrex Vista
 
 
Fahrrad-Navis mit farbigem Display machen derzeit den Sprung vom Spielzeug für Technik-Freaks zum praktischen Begleiter des Normalo-Tourenradlers – dank guter GPS-Kurse, verständlicher Literatur und fallender Gerätepreise.

Doch so mancher GPS-Neuling legt die Stirn in Falten, wenn er für eine gute Karte fast den gleichen Betrag drauflegen soll, den das Gerät selbst gekostet hat und fragt sich: Geht das nicht auch günstiger? Erfahren Sie hier, ob das möglich ist und was Sie dabei beachten müssen.

Ein Rechenbeispiel: Für Garmins Etrex Vista HCx muss man zurzeit wenig mehr als 200 Euro hinblättern. Wegen seines guten Preis-Leistungs- Verhältnisses gilt das Gerät als Insidertip. Allerdings wird der Vista wie alle Garmin-Geräte ab Werk nur mit einer rudimentären Basiskarte ausgeliefert, die neben den Mittelpunkten der Städte lediglich einige Hauptverkehrsstraßen und größere Gewässer enthält. Ernsthaftes Navigieren ist damit nicht möglich, da muss schon eine Karte in höherer Auflösung her, die neben allen Straßen auch die nur für Radfahrer und Fußgänger zugänglichen Wege enthält, und das möglichst vollständig.

Hierfür bietet Garmin die Mapsource Topo Deutschland im Maßstab 1:25000 an. Die Karte ist sehr detailreich und soll in der aktuellen Version 3 sogar Routing auf Rad- und Wanderwegen möglich machen. Allerdings für stolze 199 Euro – ein Preis, bei dem viele Gelegenheitsnutzer abwinken.

Versuch macht klug

Der Verfasser machte den Selbstversuch und kaufte einen Vista ohne die kommerzielle Karte. Er kartiert seit anderthalb Jahren für Openstreetmap (OSM) und ist letzten Herbst von einem kartenlosen GPS-Gerät (Garmin Geko) auf den Vista mit Kartenanzeige umgestiegen, um bei der Arbeit an OSM die Qualität vor Ort prüfen und schnell entscheiden zu können, wo noch Wege abgefahren werden müssen. Im Vertrauen auf die laufende Verbesserung der OSM-Karte fiel der Entschluss, das Gerät nur mit Openstreetmap zu betreiben, nicht allzu schwer. Die Erfahrung beim Einsatz auf zahlreichen Touren am Niederrhein seitdem ist durchwegs positiv. So wurde beispielsweise die Neusser Tour „Zum Mittagesssen nach Roermond“ vollständig mit Openstreetmap und dem Radroutenplaner NRW am Computer geplant und über die Track-back-Funktion mit OSM auf dem Navi nachgefahren.

Nur zwei kleinere Fehler wurden während der Tour entdeckt: Kurz vor Roermond fehlte eine Fahrradbrücke über die Autobahn, und bei Hilfarth wurde eine Brücke über die Rur angezeigt, die kürzlich wegen Baufälligkeit abgerissen wurde. Beide Fehler wurden nach der Tour auf der OSM-Karte umgehend korrigiert. OSM half auch, beim improvisierten Rückweg von einer Tour aus der Ohligser Heide über Hilden den Weg zur Urdenbacher Kämpe zu finden. Der jüngste Beweis für die Praxis-Tauglichkeit von OSM waren kilometerlange Fahrradfahrten mitten durch Brüssel bei der Velo-City-Konferenz 2009 im Mai – alles mit freundlicher Unterstützung von Openstreetmap.

Allerdings lassen sich solche guten Erfahrungen nur dort machen, wo die Kartierungsdichte von Openstreetmap ausreichend hoch ist, darauf weist schon Thomas Froitzheim in seinem Buch „GPS für Biker“ hin. In unserer Region am Niederrhein ist diese Voraussetzung weitgehend erfüllt. Wenn man gelegentliche Darstellungsfehler in der Version für GPSGeräte (fehlende kleinere Gewässer) in Kauf nimmt, ist hier Openstreetmap eine echte Alternative zu den teuren kommerziellen Karten.

Bei weiter entfernten Zielen schaut man sich die Qualität von OSM besser vorher im Internet an, um nicht hinterher eine Enttäuschung zu erleben. Im Emsland beispielsweise weist OSM noch zu viele weiße Flecken auf, um mit käuflichen Karten konkurrieren zu können.

Selbst probieren? So geht's

Wer ein bisschen experimentierfreudig ist und sich hauptsächlich im gut erfassten Rhein-Ruhr-Raum bewegt, den können wir jedoch ermutigen, es mit Openstreetmap auf dem Navi mal zu versuchen. Aber informieren Sie sich bitte vor dem Kauf eines Geräts, ob Sie die OSM-Karte darauf nutzen können! Bei den gängigen Garmin-Geräten ist das Aufspielen von Openstreetmap für geübte Computernutzer kein großes Problem. Gute, zum Teil sogar routingfähige OSM-Karten nebst Anleitung, wie man sie auf's Gerät bekommt, stehen im Internet zum Download bereit: Gehen Sie auf wiki.openstreetmap.org und suche Sie nach user:computerdeddy. Oder klicken Sie einfach auf diesen Link: wiki.openstreetmap.org/wiki/User:Computerteddy.

Hier eine Kurzanleitung für Ungeduldige mit einem frisch gekauften Garmin Etrex Vista: Gewünschte OSM-Karte von Computerteddy (s.o.) herunterladen, entzippen, in „gmapsupp.img“ umbenennen, Micro-SD-Karte mit 2 GB ins Gerät einsetzen und Gerät mit USB-Kabel im Datenträgermodus an Computer anschließen. Das Betriebssystem erkennt die Karte als neuen Wechseldatenträger. Auf diesem legen Sie ein Verzeichnis „Garmin“ ab und kopieren die Karte „gmapsupp.img“ hinein. Beim nächsten Einschalten erkennt Ihr Gerät die Openstreetmap-Karte und kann sie nutzen.

Heribert Adamsky