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Rad am Rhein ist umgezogen. Nach zehn Jahren erfolgreicher Zusammenarbeit probieren die Kreisverbände links und rechts des Rheins seit Früjahr 2011 unterschiedliche Wege. Das Magazin der Düsseldorfer ADFC heißt weiter Rad am Rhein und ist jetzt hier zu finden. Die ADFC-Verbände Rhein-Kreis Neuss und Krefeld/Viersen haben ein eigenes Magazin "Rad am Niederrhein" aufgelegt, das Sie hier finden können.

Radfahrer fordern Klimawandel - zum Besseren!

In einer großen bundesweiten Umfrage haben der ADFC und der Bund für Umweltund Naturschutz (BUND) gefragt, wie fahrradfreundlich Deutschlands Städte sind. Das Ergebnis für die Region Niederrhein fällt gemischt aus. Dabei sticht besonders ins Auge: Kommunen, die sich zu einer fahrradfreundlichen Politik bekennen und Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundliche Städte und Gemeinden NRW (AGFS) sind, erhalten deutlich bessere Noten als andere. - zum Besseren!

Die größeren Städte wurden durchwegs schlechter bewertet als die kleineren. Doch damit war zu rechnen, weil mit der Größe einer Stadt auch die Probleme für den Radfahrer zunehmen. Deshalb hat der ADFC die Ergebnisse in getrennten Gruppen veröffentlicht: Große, mittelgroße und kleine Städte.
 
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Kein Lorbeer für unsere Region, aber AGFS-Mitglieder gewinnen

Zwischen der Bewertung der Umfragesieger Bremen und Münster und den Kommunen in unserer Region liegen Welten. Aber bemerkenswerter Weise schneidet im Vergleich der drei größten Städte Düsseldorf, Krefeld und Mönchengladbach die seit längerem der AGFS zugehörige Stadt Krefeld deutlich besser ab als die beiden anderen Städte. Besonders die konsequente Öffnung von Einbahnstraßen in Krefeld wird von den Radfahrern positiv honoriert.
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In Düsseldorf erkennen die Radfahrer bei sonst durchweg schlechten Noten die guten Mitnahmemöglichkeiten im öffentlichen Personennahverkehr an. Das belegt, wie wichtig in Großstädten für Radfahrer eine gute Verknüpfung mit dem ÖPNV ist. Im Rhein-Kreis Neuss hat Dormagen - wie Krefeld schon seit einiger Zeit AGFS-Mitglied - in der Bewertung durch seine Radler die Nase vorn und schneidet deutlich besser ab als die Stadt Neuss. Die hat allerdings mit der Radstation einen großen Schritt nach vorn getan, weist aber nach wie vor eine sehr lückenhafte Radverkehrs-Infrastruktur auf. In Mönchengladbach, dem Schlusslicht der Bewertung in unserer Region, bemängeln die Radfahrer vor Allem, dass die vorhandenen Radwege viel zu schmal sind und trotz punktueller Maßnahmen generell und deutlich sichtbar dem Autoverkehr eine Vorrangstellung gewährt wird.
 
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Der Fahrradklimatest wurde Ende des vergangenen Jahres durchgeführt und ist Teil des vom Umweltbundesamt geförderten ADFC-Projektes "Umweltentlastung durch mehr Fahrradverkehr", das die Kommunen bei der Umsetzung des Nationalen Radverkehrsplans vor Ort unterstützen soll.

Die Beteiligung war groß, insgesamt wurden 8300 Fragebögen abgegeben. Besonders viele waren es dort, wo die ADFC-Ortsgruppen und Kreisverbände auf Informationsveranstaltungen und durch Auslage vor Ort alle engagierten Radfahrer auf die Fragebogenaktion aufmerksam gemacht hatten.

Rhein-Kreis Neuss fördert Rad-Tourismus
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Wenn sich eine Kommune in der AGFS engagiert, zeigt das, wie der Fahrradklimateset ganz klar ergeben hat, positive Wirkung. Deshalb freut sich der ADFC, dass der Rhein-Kreis Neuss in diesem Jahr erstmals in der AGFS mitarbeiten wird. Sein am Fahrradtourismus ausgerichtetes Konzept soll helfen, die Bedingungen für das Tourenradeln in der hierfür besonderes gut geeigneten flachen Landschaft am Niederrhein zu fördern und zu verbessern. Der ADFC wird den Prozess der Umsetzung in einem Arbeitskreis der Kreisverwaltung als ein kritischer Partner begleiten. Schon seit einem Jahr arbeitet er mit dem Kreis bei der Kontrolle der Radwege und ihrer Beschilderung im Rahmen des Radverkehrnetzes NRW zusammen.

Für eine bemerkenswerte Premiere sorgt die kleinste Kommune im Rhein-Kreis Neuss: Mit Rommerskirchen begrüßt die AGFS erstmals eine Gemeinde ohne den Status einer Stadt in ihren Reihen.

Aufgabe der Städte ist der Alltags-Verkehr

Die Städte müssen freilich eigene Lösungen anbieten. Hier geht es weniger um Fahrradtourismus und mehr um das Rad fahren im Alltag - zur Arbeit, zum Einkauf, zur Schule. Das beginnt die Stadt Neuss zu erkennen, die einen Verkehrsentwicklungsplan aufgestellt hat, in dessen Präambel ein Bekenntnis zum Umweltverbund - Rad, Bahn/Bus und Fußgänger - festgeschrieben ist. Der ADFC sieht gute Aussichten, dass auch Neuss sich bald auf den Weg in die AGFS macht.

Aus Düsseldorf sind ebenfalls Signale zu vernehmen, den Fahrradverkehr ernster zu nehmen. Das Engagement der Stadt bei der Neuauflage des Fahrradstadtplans freut den ADFC und macht Mut. Für einen Klimawandel zum Besseren reicht das allein freilich noch nicht aus.

Da muss noch mehr kommen. Der ADFC setzt sich dafür ein.

Heribert Adamsky